Gewalt gegen Frauen ist Alltag – gemeinsam feministisch kämpfen!

Jeden Tag sind wir damit konfrontiert : Sexuelle Belästigung, Übergriffe, Gewalt. Für uns Frauen ist das alltäglicher Bestandteil unseres Lebens. Ob wir im Bus den Sitzplatz wechseln, einen Umweg in den Kauf nehmen oder lieber nicht mehr auf die Firmenfeier gehen. Ständig müssen wir uns mit sexistischem, grenzüberschreitendem Verhalten auseinandersetzen und versuchen, Auswege zu finden. 

 

Wir Frauen müssen immer verteidigungsbereit sein und wissen, wie wir uns gegen aufdringliche Männer schützen können. Um Übergriffen ausgesetzt zu sein, reicht es als Frau wahrgenommen zu werden. Wir können uns nicht auf den Schutz anderer verlassen , sondern müssen uns selbst  zur Wehr zu setzen. 

 

Es ist wichtig, dass wir uns immer wieder klar machen, dass es sich dabei nicht um ein individuelles Problem handelt. Wir sind nicht alleine damit. Und zusammen ist es viel leichter sich zu wehren! Wir müssen uns gegenseitig Mut machen, uns zuhören und gemeinsam laut sein. Wir dürfen dem Typen im Bus sagen, dass er uns nicht anzustarren hat und müssen niemandem ein nettes Lächeln schenken, wenn wir nicht wollen!

 

Gewalt, die sich gegen Frauen richtet gibt es aber nicht nur im öffentlichen Raum, die meisten Übergriffe passieren im privaten Umfeld. Einer der gefährlichsten Orte für Frauen ist ihr Zuhause. Während der Pandemie haben finanzielle Sorgen, Arbeitslosigkeit, Angst und Depression zu einem Anstieg von partnerschaftlicher Gewalt  geführt. Gerade befinden wir uns mitten in der nächsten Krise, die Preise explodieren. Lebensmittel, Sprit und Gas sind für die Meisten kaum noch bezahlbar, so haben sich z.B. die Gaspreise in den letzen zwei Jahren in München mehr als verdreifacht. Die Situation ist angespannt und  leider schlägt sich das oft im Privaten nieder. Frauen sind davon besonders betroffen. Wir müssen damit rechnen, dass die partnerschaftliche Gewalt zunimmt und es für Betroffene noch schwerer wird sich aus solchen Beziehungen zu lösen. Besonders wenn sie kein eigenes, oder ein sehr geringes Einkommen haben und Kinder involviert sind.

        

Um diese Abhängigkeitsverhältnisse zu durchbrechen müssen wir für Verbesserungen kämpfen, für einen besseren Zugang zu Beratungsstellen, für mehr Frauenhausplätze und Schutzräume. Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, bessere Bezahlung für die sogenannten Frauenberufe, sichere Arbeitsplätze und Beratungsangebote an die man sich dort wenden kann. Das Ehegatten splitting muss aufgehoben werden, denn es führt häufig zu Abhängigkeit und Altersarmut. Außerdem braucht es schon bei Kindern und Jugendlichen eine bessere Aufklärung und Bildung.

 

Uns muss aber klar sein, dass wir bei diesem Kampf immer wieder an die Grenzen dieses  Systems stoßen werden. Im kapitalistischen System, in dem die wirtschaftlichen Interessen immer wichtiger sein werden als die sozialen. Ein System, das von der Unterdrückung von uns Frauen profitiert: wir sind billige Arbeitskräfte und übernehmen immer noch 80 % der unbezahlten Haus- und Pflegearbeit. Durch die strukturelle Gewalt gegen uns Frauen, werden diese Verhältnisse aufrecht erhalten und verfestigt. Durch physische und psychische Angriffe, sexuelle Übergriffe oder Androhung von Gewalt werden wir klein gehalten. Die Täter werden durch das kollektive Wegsehen der Gesellschaft und ihre Machtposition im Beruf oder der Familie geschützt. Das Patriarchat, in dem wir leben, basiert auf diesem System der Macht und Abhängigkeit und den festgeschriebenen Rollenbildern der Geschlechter,von denen vor allem Männer profitieren. Die untergeordnete Rolle der Frau und die permanente gewaltvolle Unterdrückung sind so gegenwärtig, dass sie oft als naturgegeben hingenommen werden. 

 

Wir werden nur etwas erreichen wenn wir begreifen, dass wir diese Verhältnisse verändern können. Wir müssen gemeinsam kämpfen, hier in München, landesweit und international.

 

Weltweit werden Frauen unterdrückt und weltweit kämpfen sie dagegen. So etwa im selbstverwalteten Gebiet Rojava in Nord-Ost Syrien. Dort tötet der NATO-Partner Türkei gezielt mit Drohnenmorden kurdische Aktivistinnen. Am 18. August etwa, wurde ein Bildungszentrum für Mädchen angegriffen, 4 wurden getötet, 11 verletzt. Trotz der Repression haben die Frauen bereits sichtbare Erfolge erkämpft, es sind Frauenkooperativen, Frauengerichte und eigene Frauenverteidigungseinheiten entstanden.

 

Auch im Iran kämpfen die Frauen für ihre Freiheit. Unter der Parole “Jin Jiyan Azadî” – Frau, Leben Freiheit, gehen sie seit der Ermordung der 22 jährigen Kurdin Jina Mahsa Amini durch die Sittenpolizei auf die Straße. Feministinnen, Studierende und Arbeiter:innen kämpfen und streiken gemeinsam für ein Leben ohne Unterdrückung.       

 

Auch hier müssen wir uns gegen das patriarchale System zur Wehr setzen, für eine andere Gesellschaft, für ein Leben in  Sicherheit und Freiheit kämpfen. Schließt euch zusammen,trefft und organisiert euch mit anderen Frauen, denn gemeinsam sind wir stark. Unsere Forderung nach einem Leben ohne Gewalt und Unterdrückung wollen wir am 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen auf die Straße tragen. Wir wollen laut und sichtbar sein und uns den Raum nehmen, der uns zusteht.

 

Hoch die Internationale Solidarität!