[8. März] Feministisch streiken – Gegen Patriarchat und Kapitalismus

Am 8. März gehen wieder weltweit Millionen Menschen für die Rechte von Frauen auf die Straße. Dieses Jahr verknüpfen wir unseren Kampf mit dem Arbeitskampf der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. Kämpfen wir für die ökonimischen Interessen von lohnabhängigen Frauen.  Wir rufen dazu auf feministisch zu streiken! Hier unser Aufruf:
Es ist Streikzeit! – Tarifverhandlungen im Sozial- und Erziehungsdienst
Der Tarifvertrag der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) ist gekündigt. Das heißt, dass die Arbeitgeber:innen und die Gewerkschaft Ver.di, als Arbeitnehmer:innenvertretung, Teile des Tarifvertrags neu verhandeln. Jetzt geht es darum mit Druck von unten die Kinder- und Jugendarbeit, Teile der Heilpädagogischen Arbeit und die Soziale Arbeit aufzuwerten. Diese Berufe sind in dieser Gesellschaft notwendig und unabdingbar. Doch das heißt nicht, dass die Beschäftigten für Ihre Arbeit gerecht entlohnt werden oder die Arbeitsbedingungen angemessen sind. Im Gegenteil! Die Beschäftigten des SuE leiden unter hohen Belastungsfaktoren: Personalmangel, Überstunden, zu wenig Vorbereitungszeit, unzureichende Infrastruktur usw., hinzu kommt die zugespitzte Coronakrise, die den Beschäftigten ihre letzten Kräfte kostet. Dennoch werden die Arbeitgeber:innen den Beschäftigten nichts schenken. Verbesserungen müssen hart erkämpft werden und das geht nicht ohne Streik. Solidarität ist von allen gefragt. 

 

Weil ihr für uns alle streikt!
Liebe Eltern, Klient:innen, Angehörige, lasst den Frust nach Oben los! Unterstützt eure Erzieher:innen, Sozialarbeiter:innen und Pfleger:innen in Ihrem Arbeitskampf. Sie verdienen Anerkennung, Wertschätzung, gute Arbeitsbedingungen und mehr Gehalt. Seid wütend auf die Richtigen: die Arbeitgeber:innen und den Staat, der Milliarden in Konzerne pumpt und im sozialen Bereich einspart.

 

Für gute Arbeit braucht es gute Arbeitsbedingungen!
Es sind also nicht nur die Beschäftigten, die profitieren. Kinder, Jugendliche und Klient:innen brauchen Verbesserungen in den Einrichtungen, um bedürfnisbezogen betreut werden zu können. Also zeigen wir uns solidarisch, kämpfen wir gemeinsam! Es ist Zeit echte Solidarität zu entwickeln und für gemeinsame Interessen einzustehen, statt halbherzig Beifall zu klatschen.

 

Überbelastet, ungesehen, un(ter)bezahlt
Dieses System braucht reproduktive Tätigkeiten: die Erziehung von Kindern, die Pflege von Kranken, Älteren oder Menschen mit Behinderungen und die Jugendarbeit sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft. Ohne läuft nichts. Früher gänzlich von Müttern, Töchtern und Großmüttern unbezahlt Zuhause verrichtet, werden Teile der reproduktiven Arbeit nun zwar öffentlich getätigt, doch immer noch werden diese mehrheitlich von Frauen und für wenig Lohn ausgeführt. Ver.di gibt an, dass im Sozialen Dienst 80% Frauen arbeiten, in den Kitas sind es sogar 95%. Bei den Pflegekräften stellen Frauen 80% der Beschäftigten. Auch in nicht-reproduktiven Bereichen, wie dem Einzelhandel, gibt es Tätigkeiten mit miesen Arbeitsbedingungen, die hauptsächlich von Frauen ausgeübt werden. Und für die meisten Frauen hört es nach der Lohnarbeit nicht auf. In den Kleinfamilien sind es immer noch die Frauen, die sich um Kinder und Haushalt kümmern. Die Überbelastung in den sozialen Berufen bekommen gerade wir Frauen, die den größten Teil der unbezahlten Haus- und Sorgearbeit leisten, zu spüren. Um dies zeitlich unter einen Hut zu bekommen, arbeiten sehr viele Frauen nur in Teilzeit. Das Ergebnis davon ist, dass für viele Frauen die eigene Rente nicht zum Leben reicht. Dagegen wollen wir uns wehren!

 

8. März auf die Straße gegen Patriarchat und Kapitalismus – feministisch streiken!
Am 8. März, dem internationalen Frauenkampftag, gehen wir gemeinsam laut und kämpferisch auf die Straße und zeigen, dass wir die Nase gestrichen voll haben! Wir zerren die bezahlte und unbezahlte Care-Arbeit aus dem Verborgenen und machen sichtbar, was wir Frauen tagtäglich leisten! Verbinden wir den historischen Kampftag mit der dringend notwendigen Aufwertung nach dem Wert der Arbeit von Frauen.

 

Im Kontext einer international erstarkenden Frauenbewegung streiken wir auch in Deutschland für die Befreiung der Frau. Wir streiken dafür, dass wir nicht in Armut leben müssen, wenn wir gesellschaftlich notwendige Arbeit leisten, ob bezahlt oder unbezahlt. Wir kämpfen für ein Ende der patriarchalen Gewalt und dem alltäglichen Sexismus. Wir organisieren uns gegen die systematische Ausbeutung und Unterdrückung von Frauen, für ein selbstbestimmtes Leben. Dafür müssen wir mit dem kapitalistischen System, das nicht ohne die patriarchalen Strukturen auskommt, Schluss machen und für eine klassenlose Gesellschaft einstehen.

 

Wir wollen zeigen, dass ohne uns die Welt still steht. Machen wir uns auf den Weg zum feministischen Generalstreik! Der 8. März 2022 ist dafür ein guter Anfang!

WE FIGHT BACK: TAG GEGEN GEWALT AN FRAUEN

Am 27.11.2021 veranstalteten wir gemeinsam mit dem Aktionsbündnis 8.März eine Demo unter dem Motto gegen Gewalt an Frauen „WE FIGHT BACK!“. 
Weltweit ist Gewalt gegen Frauen Alltag. Weltweit schließen sich Frauen zusammen um gegen Gewalt und Unterdrückung zu mpfen. Für uns ist es bestärkend zu sehen, dass sich Frauen international erheben und dadurch etwas verändern. Deshalb haben wir in der Bündnisrede über die Kämpfe aus anderen Ländern berichtet. 

 

Jede vierte Frau erlebt mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Um gegen häusliche und partnerschaftliche Gewalt zu demonstrieren waren in München ca. 600 Menschen auf der Straße. 
Mit unserer Demo haben wir gegen die systematische Unterdrückung von Frauen protestiert und ein Zeichen für den gemeinsamen Kampf gegen Patriarchat und Kapitalismus gesetzt. Wir haben einen lauten und selbstbestimmten Ausdruck ins Viertel getragen. 

 

Feuerwerk, laute Parolen, Rauchfackeln und leuchtende Schilder sorgten für einen bunten und kämpferischen Ausdruck. Auch von der Polizei haben wir uns nicht aufhalten lassen.  Mit Redebeiträgen haben wir Anwohner*innen und Passant*innen auf unser Thema aufmerksam gemacht. 
Passend zu unserer Demo haben wir im Internet eine Aktion entdeckt, bei der die rechte und sexistische Burschenschaft Sudetia angegriffen wurde. Da deren Haus auf unserer Route lag, haben wir deutlich gemacht, dass auch wir keinen Bock auf reaktionäre, rückschrittliche und frauenverachtende Vereinigungen haben.   

 

Auf der Schlusskundgebung gab es verschiedene Beiträge. Geflüchtete aus Sierra Lione berichteten von ihrer prekären Lebenssituation hier in Deutschland und ihrem Kampf für einen sicheren Aufenthalt. Eine Abschiebung bedeutet für viele untragbare Lebensbedingungen oder den Tod. Ni una Menos hielt eine Rede über die Situation von migrantischen Frauen in Deutschland. Eine Frau berichtete von der Kurdischen Frauenbewegung. In einem Poetry wurde die strukturelle Gewalt an TransPersonen t,hematisiert. Abgerundet wurde die Kundgebung durch verschiedene Musikbeiträge und einer beeindruckenden Tanzperformance. 
Für uns ist klar dass wir innerhalb dieses Systems keine sichere und selbstbestimmte Gesellschaft für Frauen erreichen werden. Dennoch ist es wichtig die Situation für Frauen Stück für Stück zu verbessern. Wir hören nicht bei dieser Demonstration auf. Lasst uns weiterhin gemeinsam gegen Patriarchat und Kapitalismus mpfen. 
Wir freuen uns schon auf den 8. März! 
Frauen kämpfen International – gegen Sexismus, Krieg und Kapital!

25. November: Tag gegen Gewalt an Frauen

Gewalt gegen Frauen* ist Alltag.   Im familiären Umfeld, im Bekanntenkreis, auf der Arbeit, in der Schule, in der Uni oder beim Feiern. Die Angst vor Gewalt, Übergriffen oder Grenzverletzungen ist für uns Frauen* ständig präsent. Die meisten Übergriffe finden zu Hause statt, an dem Ort an dem wir Frauen uns eigentlich sicher fühlen sollten. Während der Pandemie sind  Fälle häuslicher Gewalt in Deutschland  um 6% angestiegen.  2/3 der erfassten Personen sind Frauen.  Fast immer kommt der Täter aus dem nahen Umfeld der Frau* und fast immer gibt es keine Konsequenzen für ihn. Jede vierte Frau* erlebt mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt, durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Jeden Tag versucht in Deutschland ein Mann* seine (Ex)- Partnerin* zu ermorden.  Jeder dritte Versuch gelingt.

Wir wollen aber nicht nur von Tätern sprechen, sondern auch über die kapitalistischen Verhältnisse, in denen wir leben. Denn Mittäter sind der Staat, die Medien, die Öffentlichkeit, Arbeitgeber*innen oder die Justiz. Diese verfestigen männliche Privilegien, durch die Gewalt gegen Frauen* kleingeredet und legitimiert wird. Wir werden als  billige Arbeitskräfte gesehen  und schlechter bezahlt, oder garnicht wenn es um Haushalt, Erziehung und Pflege geht. Dadurch geraten Frauen* häufig in Abhängigkeitsspiralen, die wiederum erschweren sich von gewalttätigen Partnern zu trennen. Klein-Familienstrukturen, gemeinsames Sorgerecht und Wohnungsnot verstärken diese Probleme. Gerne wird uns dann vermittelt wir wären alleine, wehrlos und sein selbst Schuld an der Situation.
        
Doch so muss es nicht weitergehen. Um sich diesen patriarchalen  Strukturen zu widersetzen müssen wir uns als Frauen* gegenseitig unterstützen. Wir müssen zuhören und die Betroffenen ernst nehmen! Wir müssen die Verhältnisse als veränderbar begreifen. Wir wollen nicht länger wegsehen: lasst uns das Schweigen brechen!  
Wir sind viele und unsere Wut ist groß, lasst uns unsere Kräfte bündeln und diese gegen die Täter richten. Im privaten Umfeld, genauso wie auf der Straße, in der Schule, Uni, am Arbeitsplatz. 
Kommt mit uns am 27. November auf die Straße! Wir wollen lautstark ein Zeichen setzten, wir lassen uns nicht einschüchtern! Rührt ihr eine an antworten wir alle!

Wir Entscheiden Selbst – Safe Abortion Day

Am 29. September dem internationalen Safe Abortion Day haben wir zu einem Flashmob durch Haidhausen mobilisiert.

Am Orleonsplatz schrieben wir auf Umzugskartons unsere Forderungen um sie dann unter lauten rufen vor das Gesundheitsministerium zu stellen und dort eine symbolische Mauer zu errichten.

250 Menschen zogen gemeinsam mit Töpfen, pfeifen und Parolen durch die Straßen. Die Stimmung war hamma. Klar ist: Wir wollen uns das nicht länger gefallen lassen! Wir sind viele, wir wollen gehört werden und wollen unsere Freiheit auf der Straße erkämpfen!

Denn ob wir uns für ein Kind entscheiden können hängt davon ab, ob wir genug Geld verdienen, ob wir die Miete bezahlen können, ob wir das alles auch alleine Stemmen können, oder ob wir auf eine Familie angewiesen sind.

Deshalb muss unser Kampf für eine selbstbestimmte Sexualität und Mutterschaft, das kapitalistische System in Frage stellen. Wirkliche Entscheidungsfreiheit für oder gegen Mutterschaft ist erst in einer Gesellschaft ohne patriarchale und soziale Unterdrückung möglich.

Die Forderungen, die von Frauen* aufgeschrieben wurden richten sich gehen die systematische Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen*.

Eine zentrale Rolle wenn es um das Thema Kinder geht ist die Betreuungssituation. Jährlich fehlen in Deutschland 360Tausend Kitaplätze. Bekommt Frau keinen Kitaplatz in einer öffentlichen Einrichtung, gibt es nur noch die Option einer überteuerten privaten Kita. Diese sind nur für Reiche finanziell erschwinglich. Gleichzeitig sind die Arbeitsbedingungen in Kitas und Kindergärten sehr schlecht. 95% die in diesem Bereich arbeiten sind Frauen*. Wir fordern einen höheren Personalschlüssel sowie mehr Lohn für alle Beschäftigten im Erziehungsdienst!

WE STRIKE BACK – Weil Kinderbetreuung nicht flexibel ist

Wanted: Die Besitzer der Mode Ketten H&M (Stefan Persson) und der Besitzer von Zara (Amancio Ortega Gaona) gehören zu den reichsten Männern der Welt. Diesen Reichtum erwirtschaften sie auf Kosten von Arbeiter*innen auf der ganzen Welt. Menschenrechte, Arbeitsrechte und Frauen*rechte, werden immer hinter den Profiten angestellt.

Unter dem Deckmantel von Corona wurden viele Filialen der Modeketten geschlossen, oder Teile der Beschäftigten entlassen. Dabei richtete sich die Personalchef*innen ganz besonders gegen Mütter, forderten mehr Flexibilität und drohten mit Kündigung! Konkret heißt das, immer abrufbar zu sein, auch abends und am Wochenende. Das ist für viele Frauen* unmöglich. Denn Frauen leisten neben der Lohnarbeit auch noch einen ganzen Haufen unbezahlter Reproduktionsarbeit. Pflege von Angehörigen, Kinder ins Bett bringen, Hausaufgaben kontrollieren: Das ist nur mit festen Arbeitszeiten vereinbar!

Über den Sommer diesen Jahres liefen die Tarifverhandlungen im Einzelhandel. 75% der Angestellten im Einzelhandel sind weiblich. Die Löhne in dieser Branche reichen häufig nicht zum Leben und führen in die Altersarmut. Die Beschäftigten zeigten durch ihre Streikbereitschaft klar, dass die Arbeitsbedingungen und Löhne sich schleunigst verbessern müssen. Wir sind solidarisch mit allen Beschäftigten im Einzelhandel.

Die Personalchef*innen der Mode ketten H&M und Zara sind dafür bekannt, dass sie versuchen jegliche betriebliche Organisierung zu verhindern. Betriebsrät*innen wird mit Kündigung gedroht.

Wir müssen gegen diese Arbeiter*innen- und Frauen*feindlichen Mode-Giganten kämpfen.

Unsere Wut muss sich gegen die richten die Schuld an den schlechten Arbeitsbedingungen sind und die durch unsere Arbeitskraft immer reicher werden.

Deshalb fordern wir: Persson und Gaona die milliardenschweren Besitzer der Modeketten H&M und Zarra enteignen!

Frauen*kampf ist Klassenkampf!

Weil ihr für uns alle streikt!

Wir wollen uns mit den Kämpfen der Beschäftigten solidarisieren und ihr solltet das auch tun!

Teile des Einzelhandels gehören zu unserer lebenswichtigen Infrastruktur. Gerade im Lebensmittelbereich bedeutet Corona eher mehr Arbeit als weniger. Die Beschäftigten sind gesteigerter Belastung und gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Gleichzeitig bedeutet Corona für die Chef*innen riesige Gewinne. So konnte z.B. der Inhaber von Lidl und Kaufland, Dieter Schwarz, innerhalb der letzten zwei Jahre einen Vermögenszuwachs um 63 Prozent feiern. Das ist Rekord in der BRD. Sein Vermögen beträgt nun satte 36,8 Milliarden US-Dollar. Dass ein Unternehmer aus dem Einzelhandel hier den Rekord hält, liegt nicht daran, dass er während der Krise besonders viel gearbeitet hätte, sondern daran dass die Arbeiter*innen im Einzelhandel bei nochmal gesteigertem Arbeitspensum, gleichbleibend miese Löhne erhalten. Diese liegen sogar unter dem Niveau, das bei 45 Jahren durchgehender Vollzeitbeschäftigung notwendig wäre, um im Rentenalter nicht in Armut leben zu müssen.

Aber auch Unternehmen wie H&M, die wegen Corona Gewinneinbußen verzeichneten, haben immer noch genug Kohle, um ihren Beschäftigten höhere Löhne zu zahlen. Der Gewinn von H&M betrug 2020 immer noch 122 Millionen Euro. Und das nicht zuletzt, weil die Angestellten mit Kurzarbeiter*innengeld versorgt werden, das aus ihren eigenen und unseren Arbeitslosenversicherungsbeiträgen finanziert wird. Es ist in unser aller Interesse, dass H&M den Gewinn an die Beschäftigten weitergibt. Denn Menschen, die für Dumpinglöhne arbeiten, sind auf Kurzarbeiter*innengeld, Aufstockung in der Rente, Wohngeld oder andere Sozialleistungen angewiesen, die aus Steuergeldern finanziert werden. Folglich zahlen alle lohnabhängigen Beschäf-tigten dafür, dass einige wenige Unternehmensbesitzer*innen auch in Krisenzeiten saftige Gewinne in ihre eigenen Taschen stecken können. Wir sind solidarisch mit den streikenden Beschäftigten im Einzelhandel, weil sie für uns als lohnabhängig Beschäftigte mitstreiken – für höhere Löhne, gegen Altersarmut und mehr Verteilungsgerechtigkeit!

Tarifkampf im Einzelhandel ist Frauen*kampf!

Der Einzelhandel ist einer der traurig-berühmten ‚Frauen*Berufe‘ – viel Arbeit, wenig Lohn. 73 Prozent der Angestellten im Einzelhandel sind Frauen*. Viele davon arbeiten nur in Teilzeit, da sie zusätzlich unbezahlte Hausarbeit und Kinderbetreuung stemmen müssen. Das drückt den Rentenanspruch zusätzlich. Die miesen Löhne im Einzelhandel tragen also vermehrt zu Armut und Altersarmut bei, die besonders Frauen* trifft. Wir solidarisieren uns also auch aus feministischen Gründen mit den Streikenden im Einzelhandel. Frauen*kampf ist Klassenkampf!

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Vielfältige Aktionen in München gegen den §218

150 Jahre Paragraph 218: Ein deprimierender Anlass. 150 Jahre in denen uns unsere Selbstbestimmung gesetzlich eingeschränkt wird.

An diesem unrühmlichen Jahrestag haben wir in München auf der Straße entschieden gezeigt: Es reicht! Wir kämpfen weiter für unsere Schwestern, die schon vor 150 Jahren gegen den Paragraphen 218 auf die Straße gegangen sind! Wir kämpfen heute zusammen mit unseren Schwestern auf der ganzen Welt!

Im Rahmen des Aktionstags der links-feministischen Südvernetzung waren in ganz Süddeutschland am 15. Mai Frauen* auf der Straße.

Um allen Teilnehmer*innen einen umfassenden Blick auf Mutterschaft und Abtreibung im kapitalistischen System zu geben haben wir mit einer vielseitigen Rally gestartet. Feministische, internationalistische, antifaschistische und gewerkschaftliche Gruppen haben wir dazu eingeladen einen Infostand zu organisieren. Niunamenos München zeigte die Kämpfe der Frauen* in Lateinamerika. Courage erzählte die Geschichte der Kämpfe in der BRD gegen den Paragraph 219a. Der Antifa-Stammtisch klärte über rechte Abtreibungsgegner*innen auf. Die GEW Fachgruppe für sozialpädagogische Berufe informierte über die Arbeitssituation in Betreuungsberufen. Die kritischen Mediziner*innen erzählten wie schwierig der medizinische Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen ist. Wir selbst haben an unserem Stand gezeigt, dass es selbst bei Verhütung und der Forschung auf diesem Gebiet um die Gewinne von Konzernen geht.

Wir kamen alle zu einer Kundgebung am Georg-Freun-Dorferplatz. Anschließend zogen wir spontan mit einem bunten und kämpferischen Demozug durchs Viertel zum Gewerkschaftshaus. 200 Menschen beteiligten sich an den Aktionen.

Wir haben klar gezeigt wir kämpfen für ein System, in dem Frauen frei entscheiden und frei leben können, mit und ohne Kinder. Für eine legale und sichere Abtreibung und gegen Kapitalismus und Patriarchat!

150 Jahre §218 StGB – Es reicht!

Ersatzlose Streichung und nicht weniger!

Wir wollen selbst entscheiden, ob wir Kinder wollen, wann wir Kinder wollen und wie viele Kinder wir wollen. Dazu gehört auch das Recht auf Schwangerschaftsabbruch, nach den besten medizinischen Bedingungen und kostenfrei.

Am 15.5.1871 wurde der §218 ins Reichstrafgesetzbuch aufgenommen. Seitdem kämpfen Frauen* für die Abschaffung dieses Paragraphen. Bis heute ist ein Schwangerschaftsabbruch in der BRD immer noch grundsätzlich strafbar und gilt nur unter bestimmten Bedingungen als rechtlich streiffrei. Dies ist unter anderem innerhalb der ersten drei Monate der Schwangerschaft nach Zwangsberatung der Fall.

Es muss endlich Schluss damit sein, dass Lebensentscheidungen von Schwangeren letztlich den Moralvorstellungen und konservativen Frauenbildern von Kirchenmännern, Politikerinnen, rechten Abtreibungsgegnerinnen, Richterinnen und Staatsanwältinnen untergeordnet werden. Gerade diese rechten und reaktionären Kräfte erstarken zur Zeit. Durch gezielte Anzeigen werden Ärztinnen wegen Informationen zum Schwangerschaftsabbruch nach §219a strafrechtlich verfolgt. Immer weniger Ärzt*innen sind bereit einen Abbruch vorzunehmen. Das bedeutet
eine massive Verschärfung der Lage. Betroffenen wird es damit noch schwieriger gemacht, die ohnehin schon eingeschränkten Rechte nach dem aktuellen §218 wahrzunehmen.

Doch Selbstbestimmung ist noch viel mehr als das Recht auf Schwangerschaftsabbruch.

Wir kämpfen für …
> eine Lebensgestaltung, frei von gesellschaftlichen Zwängen
> für eine kostenlose, gute und öffentliche Kinderbetreuung
> für die Umverteilung der Sorgearbeit
> für kostenlose Verhütungsmittel
> ein Ende von weiblicher Genitalverstümmelung
> für Forschung zu Frauen*gesundheit sowie Aufklärung und Bildungsarbeit an Schulen

Der Kampf um körperliche Selbstbestimmung treibt Frauen* weltweit auf die Straße. Unsere Schwestern* in Argentinien haben vorgemacht wie mit vielfältigen Aktionen erfolgreich Druck auf den patriarchalen Staat aufgebaut werden kann. Ein Blick zu unseren Nachbar*innen nach Polen zeigt uns wie hartnäckig und konstanter Protest organisiert werden kann. An diese Kämpfe wollen wir anknüpfen.

Als „Links-feministische Vernetzung Süddeutschland“ rufen wir zu Protestaktionen auf. Auf die Straße am Samstag dem 15.5.2021 – dem unrühmlichen Jahrestag des §218! Für Selbstbestimmung über unsere Körper!

München – Offenes Frauen*treffen München
13 Uhr Info-Ralley und Aktionen Georg-Freundorfer-Platz
15:30 Uhr Kundgebung Georg-Freundorfer-Platzng Süddeutschland“ rufen wir zu Protestaktionen auf. Auf die Straße am Samstag dem 15.5.2021 – dem unrühmlichen Jahrestag des §218! Für Selbstbestimmung über unsere Körper!

München – Offenes Frauen*treffen München
13 Uhr Info-Ralley und Aktionen Georg-Freundorfer-Platz
15:30 Uhr Kundgebung Georg-Freundorfer-Platz

1. Mai in München – Wir Frauen* sind dabei!

Wir Frauen* werden unterdrückt, schlechter bezahlt, übernehmen unentgeltlich die Haus- und Sorgearbeit und halten den Laden auch während der Krise am laufen. Für den Kapitalismus ist die Ausbeutung der Frau* wahnsinnig profitabel. Dumme Sprüche sind an der Tagesordnung, ob auf der Straße am Arbeitsplatz oder sonst wo. Für uns heisst das: Dagegen müssen wir kämpfen! Wir brauchen einen Frauen*streik! Wenn wir einen Blick in andere Länder werfen, sehen wir viele ermutigende Beispiele. Unsere Schwestern* in Polen, Argentinien, Spanien und an vielen anderen Orten der Welt zeigen bereits, was wir gemeinsam erreichen können. Denn ohne uns steht alles still.

Frauen* aus der Klasse der Lohnabhängigen werden doppelt unterdrückt und ausgebeutet – einmal als Teil ihrer Klasse und zusätzlich aufgrund ihres Geschlechts. Das bedeutet für uns: Frauen*kampf ist Klassenkampf!

 

In diesem kapitalistischen System wird sich die Lage von Frauen* nie
grundlegend verbessern. In diesem System werden wir keine Gleichberechtigung und Selbstbestimmung erreichen. Nicht für uns Frauen* und nicht für uns als Lohnabhängige. Lasst uns deshalb als Klasse solidarisch zusammenhalten. Lasst uns das ausbeuterische kapitalistische System auf den Müllhaufen der Geschichte befördern. Organisieren wir uns für die befreite Gesellschaft! 

Gehen wir am 1. Mai, dem Tag der Arbeiter*innenklasse, gemeinsam auf die Straßen!

Kommt zum nächsten Frauen*cafe und diskutiert zusammen mit Frauen* aus Gewerkschaften und Aktivist*innen über Frauen*streik. 

Frauen* Café am 24. April um 13 Uhr im  Park gegenüber vom Barrio Olga Benario 

1. Mai in München – Aufruf: hier.
10 Uhr Gewerkschaftsdemo vor dem alten DGB Haus
13 Uhr Revolutionäre Demo am Rindermarkt
15 Uhr Kundgebung am Zenettiplatz mit Musik, Redebeiträgen und Kulturprogramm

Her mit der Kohle: Equal Pay Day Aktion

Heute ist der 10.März oder Equal Pay Day. Der Equal Pay Day ist ein symbolischer Aktionstag, der die reale Lohnlücke zwischen Frauen* und Männern* kennzeichnet. Denn Frauen* verdienen durchschnittlich 19% weniger als Männer*. Im Jahr arbeiten wir Frauen* 68 Tage unentgeltlich, während Männer* schon ab dem 1. Januar bezahlt werden. Diese ökonomische Ausbeutung betrifft ALLE Frauen* in ALLEN Branchen.

Das perfide ist, der Gender Pay Gap wird sexistisch relativiert: Frauen* arbeiten halt öfter in Teilzeit, im Einzelhandel und häufiger in Sozialen- oder Gesundheitsberufen. Wir Frauen* sind nicht “Schuld” an den Lohnunterschieden, sondern ein System das Männer* strukturell bevorzugt, ihnen gesellschaftlich mehr Macht verleiht und auf der Ausbeutung aller lohnabhängigen Menschen beruht. Deshalb müssen wir die Kämpfe gegen die systematische Unterdrückung von Frauen* und die ökonomische Ausbeutung aller lohnabhängigen Menschen zusammen denken.


Wir haben heute mit Flyern auf die Ausbeutung von Frauen* aufmerksam gemacht. Als Gruppe zogen wir durch die Innenstadt und verteilten falsche Geldschein-Flyer. Schon am 8. März verteilten wir die Bündel an Frauen*, damit sie an der Aktion teilzuhaben können.

Viele Frauen hatten bereits heute in den Nachrichten von der Lohnlücke gehört. Aber es reicht eben nicht für gleichberechtigte Ausbeutung zu kämpfen, ein Passant meinte: „Richtige Gleichberechtigung gäbe es erst im Kommunismus.“ 


Nehmt den 10. März zum Anlass mit euren Kolleg*innen über euer Gehalt ins Gespräch zu kommen, solidarisiert euch miteinander und organisiert Arbeitskämpfe und feministische Kämpfe auf der Straße!